Skaten im Rollstuhl? Na klar!

Skateboarden, Inlineskaten, Scooter und BMX-Fahren – actionreiche Sportarten, die sehr viel Spaß machen. Was aber, wenn man im Rollstuhl sitzt? Nun, dann hat man sein Sportgerät schon dabei. Denn was andere Rollsportler können, ist auch mit dem Rollstuhl möglich.

WCMX, abgeleitet von „BMX“ und „wheelchair“, dem englischen Wort für „Rollstuhl“, nennt sich dieser Sport und ist die offizielle Bezeichnung für das Skaten im Rollstuhl, bei dem man ähnliche Tricks wie in anderen Rollsportarten macht, nur eben mit dem Rollstuhl als Sportgerät. Zum Einstieg kann man dafür seinen Alltagsrollstuhl nutzen, Schutzausrüstung wie Helm, Knie- und Ellenbogenschoner sollten natürlich nicht fehlen. Und dann braucht es nur ein bisschen Mut, um jede Menge Spaß und Action zu erleben.

Wer WCMX regelmäßig und auf höherem Niveau betreiben will, wird feststellen, dass der Alltagsrollstuhl seine Grenzen hat. Doch es gibt spezielle Sportrollstühle mit Starrrahmen, die extra für das Skaten gebaut werden und über eine spezielle Federung verfügen. Damit sind auch größere Sprünge möglich, ohne den Rollstuhl und vor allem den eigenen Körper zu sehr zu belasten.

Aber was macht man denn nun eigentlich, wenn man dann mit dem Rollstuhl im Skatepark ist? Da gibt es keine festen Regeln. Dabei muss man keine spektakulären Tricks wie einen Backflip (Rückwärtssalto) machen, wie ihn der weltbekannte Profi Aaron Fotheringham oder der deutsche Sportler Philipp Cierpka (Weltmeister 2016 / Intermediate Division) zeigen. Es geht vor allem darum, sich selbst und seine Grenzen kennen zu lernen und diese höher zu setzen, egal welche Behinderung man hat. Jeder fährt nach seinem eigenen Können und anfangs ist es erstmal aufregend genug, eine steilere Rampe hoch- und runterzufahren oder eine Stufe herunterzuspringen, denn das muss man sich erstmal trauen. Aber je öfter man im Skatepark fährt, desto sicherer wird man und merkt auch, dass die vielen Hindernisse im Alltag viel leichter zu überwinden sind. Und bald kommen die ersten größeren Tricks dazu, bei denen die Zuschauer ins Staunen kommen und mit offenen Mündern dastehen. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt und so entstehen oft neue Tricks, die in der Form noch kein anderer WCMX-Rider, wie die Sportler genannt werden, gemacht hat.

Zum Ausprobieren dieses Actionsports bieten sich zum einen die Tryouts des Deutschen Rollstuhl-Sportverbandes an, welche an verschiedenen Orten in ganz Deutschland stattfinden, oder einer der regelmäßigen WCMX-Treffs in Kassel, Wiesbaden, Köln, Hamburg und Berlin.

Erstmalig findet in diesem Jahr die offene Deutsche Meisterschaft im WCMX statt, der erste internationale Wettbewerb in dieser Sportart auf europäischem Boden. Am 18. und 19. August rockt die deutsche und internationale WCMX-Szene die Skatearena im Hamburger Inselpark. Aber nicht nur für erfahrene Profis ist dieses Event etwas, wer es nur mal ausprobieren möchte, kann am Workshop am Samstag erste Erfahrungen sammeln. Und wer sich traut, kann auch in der Anfänger-Kategorie bereits an der Deutschen Meisterschaft teilnehmen.

 

 

 

Interessiert? – weitere Infos findest du hier:

www.wcmxgermany.de

www.drs.de/wcmx

oder beim Fachbereichsleiter Patrick Krause

[wcmx@rollstuhlsport.de / Tel.: 0157/74880445]