Ab in den Wald!

Mama und Sohn auf einer Waldlichtung

Die Natur beim Erwachen beobachten

Beim Blick aus dem Fenster hört ihr früh­morgens schon die ersten Vögel und die Sonnenstrahlen ­machen beim Aufstehen gleich gute Laune? Wie wäre es, wenn ihr Butterbrot, Obst und eure Eltern einpackt und einen Ausflug in den Wald macht?

Blätter sprießen, erste Krabbelkäfer und Schmetterlinge strecken ihre Fühler ­heraus und bald bekommen die Waldtiere ihre Jungen. Die Natur erwacht zu neuem Leben und das ist spannender, als man auf den ersten Blick denken könnte: Wahrnehmung, Achtsamkeit und Fantasie werden im Wald beinahe automatisch trainiert. Auch motorische ­Fähigkeiten können beim Balancieren über Baumstämme oder Steine ver­feinert werden.

Probiert doch mal Folgendes aus:

Mädchen pflückt Blüten

Blütenbrot

Euer Butterbrot von daheim könnt ihr mit essbaren Blüten belegen. Probiert einmal Gänseblümchen und Löwenzahnblüten. Auch Ringelblumenblüten und Wiesenschaumkraut bringen vollkommen neue Geschmackserlebnisse. Junger Bärlauch lässt sich ebenso als Brotbelag verwenden und ist zudem sehr gesund. Fragt aber auf jeden Fall eure Eltern, bevor ihr etwas in den Mund nehmt. Zudem empfiehlt es sich, Pflanzen nicht direkt am Wegesrand oder auf gedüngten Weiden zu pflücken.

blühender Baum

Den Wald hören

Sucht euch einen gemütlichen Platz und schließt einmal die Augen. Was könnt ihr alles hören? Den Wind? Summende Insekten oder singende Vögel? Vielleicht einen fließenden Bach in der Nähe oder gar das Knurren eures eigenen Magens? Zuerst meint ihr vielleicht, gar nicht so viel hören zu können. Lauscht ruhig ­einige Minuten und ihr werdet erstaunt sein, was im Wald alles los ist.

Meise auf blühendem Ast

Musikinstrumente des Waldes

Wusstet ihr, dass man mit einem Grashalm Musik machen kann? Es klingt einfacher, als es ist, aber mit ein wenig Übung bekommt ihr den Dreh sicher raus: Der Grashalm wird straff zwischen Daumen und Handballen geklemmt. Durch den kleinen Spalt im Daumenbereich pustet ihr nun Luft durch. Wer hier zu ungeduldig ist, findet bestimmt heraus, wie man mit Stöckern trommeln oder mit Laub rascheln kann.

2 junge Füchse

Suchspiel

Wer findet denn zuerst eine Feder? Oder einen Tannenzapfen? Wer entdeckt als Erstes einen Schmetterling oder gar eine Raupe? Kann jemand eine Pflanze oder ein Tier entdecken, das mit A anfängt? Oder findet vielleicht sogar jemand etwas Gelbes hier im Wald? Wer findet einen Stein, der wie ein Dreieck aussieht?

3 Geschwister

Den Wald aufräumen

Auch im Wald sind Menschen unterwegs, die unserer Umwelt unachtsam begegnen. Hier und da findet ihr vielleicht leere Joghurtbecher oder verlorene Taschentücher. Mit Handschuhen und Müllbeutel ausgestattet, könnt ihr der Natur beim Waldspaziergang etwas Gutes tun. Sammelt den Müll auf und entsorgt ihn zuhause in der Mülltonne. Mit bloßen Händen solltet ihr den Müll jedoch nicht anfassen.

Besteck schnitzen

„Wer schnitzt, der sitzt“ lautet die wichtigste Regel beim Schnitzen. Die Messerführung geht vom Körper weg und von oben nach unten. Wer diese Vorgaben verinnerlicht hat, kann im Beisein seiner Eltern das Schnitzen ausprobieren: Sucht euch geeignete Äste und schnitzt zum Beispiel Gabeln, Pfeile oder kleine Spielfiguren.

Hütten bauen

Sucht euch größere, frei herumliegende Äste und lehnt sie an einen Baum oder einen Ast in Stehhöhe. Bei Bedarf können die Stöcker mit Schnüren fixiert werden. Achtet jedoch darauf, die Natur hinterher wieder sauber zu hinterlassen. Mit Laub, Moos und Zweigen kann die Waldhütte nun bedeckt werden. Wie riecht es in eurer Hütte? Ist es wärmer als draußen? Welche Waldmitbewohner sind dort mit eingezogen? Auch zum Picknicken ist dies bestimmt ein spannender Ort.

Schmetterling auf Blüte

Becherlupe

Kennt ihr Becherlupen? Hiermit lassen sich kleine Insekten ganz groß betrachten. Eine Ameise sieht so ganz anders aus als mit bloßem Auge und die Haare einer Raupe lassen sich viel detaillierter betrachten. Achtet darauf, dass ihr den Insekten keinen Schaden zufügt und sie hinterher wieder freilasst.

Nicht zu viel planen

Es müssen nicht immer feste Spielvorgaben sein. Eltern sind häufig erstaunt, wie gut Kinder selbst ins Spiel finden: Die zwei Äste dort sehen fast aus wie eine Höhle und auf diesen Baum kann man wunderbar hinaufklettern. Der gebogene Zweig dort sieht sogar aus wie ein Briefkasten für die Post. Oh ja, und diese kleinen Steinchen kann man prima zur Verzierung der Türklingel im Baumhaus verwenden. Der Wald regt die Fantasie der Kinder beinahe automatisch an.

Regeln im Wald:

  • Keinen Müll im Wald hinterlassen.
  • Kinder bleiben in Hör- und Sichtweite der Eltern.
  • Mit Stöckern in der Hand wird nicht gerannt.
  • Keine toten Tiere anfassen.
  • Achtsam sein und die Waldtiere nicht stören.
  • Nicht auf aufgeschichtete Holzstapel klettern ­(Verletzungsgefahr!).
  • Das Klettern auf Hochsitze ist ­verboten.
  • Nur Pflanzen oder Pilze zum Verzehr pflücken, die eindeutig bestimmt werden können.
  • Keine Pflanzen oder Tierbauten mutwillig zerstören.
  • Im Wald gefundene Beeren, Kräuter oder Pilze werden vor dem Verzehr abgewaschen.
Kind pflückt Himbeeren

Informiert euch!

Bestimmungsbücher helfen euch herauszufinden, welcher Baum, welche Pflanze oder welches Insekt sich vor euch befindet. Die App zur Vogel­bestimmung vom NABU (Naturschutzbund Deutschland e. V.) kann euch dabei unterstützen, seltene Arten zu bestimmen. Das Bundes­ministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat die kostenlose Kinder-App „Die kleine Waldfibel“ entwickelt, die auf der Homepage www.bmel.de heruntergeladen werden kann. Dort findet sich unter dem Stichwort ­„Publikationen“ auch eine Broschüre „Entdecke den Wald“, die kostenfrei nach Hause bestellt werden kann.

Marone mit Moos

Achtung, Zecken!

Auch wenn es draußen warm ist, sind lange Hosen (am besten in die Socken gesteckt) und Oberteile mit langen ­Ärmeln zu empfehlen. Verschiedene Sprays können einen zusätzlichen Schutz gegen Zecken oder andere Insekten bieten. Nach einem Waldbesuch sollten Kinder gründlich nach Zecken abgesucht werden. Zeckenbisse lassen sich aber nicht immer verhindern. Die Bissstelle sollte die nächsten Wochen im Blick behalten und im Falle einer Rötung ein Arzt auf­gesucht werden.

2 Kinder stapfen im Sonnenstrahl durch den Wald