Glühwürmchen leuchten durch den Sommer

Das Leben der Glühwürmchen ist ein Leben voller Glanz und Magie. Jedes Jahr im Frühsommer schwärmen die kleinen grünen Fackelträger auf der Suche nach einer Partnerin durch unsere Wälder. Bis Ende Juli kann man die Leuchtkäfer, wie die Glühwürmchen auch heißen, bestaunen – die kleinen Tierchen, die jede Nacht um ihr Leben leuchten.

Glühwürmchen sind…

…eigentlich gar keine Würmchen, sondern Käfer, weshalb die verschiedenen Arten offiziell auch unter dem Oberbegriff „Leuchtkäfer“ (Lampyridae) zusammengefasst werden. Bei uns nennt man sie Glühwürmchen, weil das Weibchen an einen Wurm erinnert, oder auch Johanniswürmchen, weil sie um die Johannisnacht, also der Nacht vom 23. auf den 24. Juni, kurz nach der Sommersonnenwende, besonders aktiv ausschwärmen.
Die meiste Zeit seines Lebens verbringt ein Glühkäfer als Larve. Ganze drei Jahre dauert dieses Entwicklungsstadium. Dies ist auch die Zeit des großen Fressens: Glühwürmchen ernähren sich von Nackt- und Gehäuseschnecken, die sie mit einem Giftbiss überwältigen. Irgendwann verpuppt sich das Würmchen und verbringt eine Woche im Puppenstadium, bevor es irgendwann im Juni oder Juli in seinen leuchtenden Lebensabschnitt eintritt. Dann frisst es gar nichts mehr, sondern zehrt von seinen Fettreserven aus der Larvenzeit.
Die meisten Glühwürmchen sind nachts aktiv. Und auf der Suche nach einem Partner müssen sich die Glühwürmchen-Damen wie auch die Männchen irgendwie bemerkbar machen. Während die Weibchen – weil sie flugunfähig sind – Pflanzen oder Bäume hinaufkrabbeln, fliegen die Männchen in etwa einem Meter Höhe umher und halten Ausschau nach den Weibchen. Diese beginnen mit ihrem „Leuchtkonzert“ und sind damit im Grunde fast wie Fluglotsen, die die männlichen Glühwürmchen versuchen heranzuwinken. Übrigens leuchten nicht nur die Weibchen, sondern auch die Männchen, allerdings nicht so stark.

Das mit dem Leuchten funktioniert so:

Die Leuchtorgane der Glühwürmchen befinden sich bauchseitig und ihr Körper ist so transparent, dass das Licht durchleuchtet. Damit die Glühwürmchen leuchten, muss eine komplizierte biochemische Reaktion in den Zellen ablaufen. Durch einen Reiz wird in den Zellen das sogenannte Luziferin aktiviert. Dieser chemische Stoff verbindet sich mit einem weiteren Stoff und mit Sauerstoff. Dabei entsteht Licht. Dieses Licht sieht man tatsächlich nur in der Dunkelheit, am Tag ist es zu schwach. Es ist vor allem wichtig, damit sich Männchen und Weibchen zur Paarung finden, dient aber auch als Abwehr gegen Angreifer. In den Auenwäldern findet sich ein perfekter Lebensraum für Glühwürmchen, die schließlich zwei wichtige Anforderungen stellen: Erstens brauchen sie Laub, zum einen wegen der Feuchtigkeit, zum anderen weil sie darunter überwintern. Und zweitens müssen die Baumkronen genug Licht durchlassen, damit auf dem Waldboden krautige Pflanzen und Gräser wachsen können, denn in diesen leben Schnecken, von denen sich die Glühwürmchen-Larven ernähren. Haben sich ein männliches und weibliches Glühwürmchen zur Paarung gefunden, ist es auch schnell wieder vorbei mit ihrer „Zweisamkeit“, denn das Männchen stirbt kurz nach der Paarung. Das Weibchen lebt noch einige Tage und legt ihre Eier im Waldboden ab. Dann stirbt auch das Weibchen und eine neue Glühwürmchen-Generation wächst heran, die den Himmel zum Leuchten bringen.

 

Quelle: blog.wwf.de/gluehwuermchen, www.wasistwas.de