Statement Eckart von Hirschhausen:

Ich habe als Arzt viele beeinträchtige Kinder erlebt, die auf ihre ganz eigene Art und Weise toll und wertvoll waren. Viele von ihnen hatten einfach nur Pech: kein Sechser bei der Verlosung der Gene, bei der Geburt zu wenig Sauerstoff oder suchtkranke Eltern. Gegen die allermeisten der „Abweichungen“ gibt es keine Tablette. Gleichzeitig ist der Bereich mit den größten wissenschaftlich belegten Fortschritten nicht etwa die Gentherapie oder die Molekulargenetik, sondern die Sonderpädagogik! Dass heute viele Kinder mit Downsyndrom ihre Schulabschlüsse machen, Berufe lernen und älter werden, war vor einer Generation undenkbar und ist eine stille Sensation. Und deshalb haben meinen größten Respekt nicht die Wunderkinder, sondern die Wunderfamilien, die hinter ihren Kindern stehen, das Beste aus dem machen, was das Leben auch an Unerfreulichem oder manchmal Schrecklichem mit sich bringt.

Dass ein Magazin wie Momo hier die Hand reicht und auf so vielen Ebenen Hilfe für Betroffene und Angehörige bietet, ist schlicht bemerkenswert und macht die Welt ein bisschen besser. Danke, Momo!

HUMOR HILFT HEILEN feiert 10-jähriges Jubiläum

Lachen ist die beste Medizin. Deshalb hat der Arzt, Kabarettist, Moderator und Bestsellerautor Dr. med. Eckart von Hirschhausen im Jahr 2008 HUMOR HILFT HEILEN gegründet. Diese gemeinnützige und bundesweit einzigartige Stiftung feiert jetzt ihr 10-jähriges Bestehen und legt eine eindrückliche Bilanz vor.

Seit der Gründung von HUMOR HILFT HEILEN wurden 6 Mio. Euro in Clownsvisiten, Humorworkshops, Forschungsprojekte, in Humortrainer und Weiterbildungsakademien investiert. Bundesweit wurden 250 Projekte voll finanziert oder angeschoben, 10.000 Klinik-Clownsvisiten für Kinder, Erwachsene und Senioren durchgeführt, 1 Mio. rote Nasen in den Umlauf gebracht, in 700 Humor-Workshops über 10.000 Pflegekräfte geschult.

Dr. Eckart von Hirschhausen: „Wow – unzählige Male ein Lächeln dorthin zu bringen, wo es oft wenig zu lachen gibt – darauf können wir echt stolz sein. Es ist unglaublich schön zu sehen, was wir alles in den zehn Jahren bewegen konnten. Aus einer kleinen Graswurzelidee wurde eine bundesweite Bewegung, die mehr Humanität in die Humanmedizin bringt. Von Anfang an war meine Vision, neben den Humorinterventionen bei Kindern auch die Pflegekräfte, Ärzte und die Medizinstudierenden einzubeziehen. Die Profis auf der Station können lernen und erinnert werden, wie sie durch eine authentische persönliche Begegnung und menschliche Zuwendung Wesentliches zum Heilerfolg beitragen. Bereits zwei Universitäten und immer mehr Pflegeschulen arbeiten mit diesem Konzept. Wir haben ein Curriculum für die Ausbildung entwickelt und sind gerade dabei, daraus eine erste interaktive App zu basteln, damit diese Inhalte in zeitgemäßer Form noch viel mehr Menschen erreichen können.“

HUMOR HILFT HEILEN hat in sechs wissenschaftlichen Forschungsprojekten herausgefunden, dass z. B. die Begleitung eines Kindes vor einer Operation durch einen Klinikclown die Angst mindert und das Vertrauen stärkt. Die Konzentration des Bindungshormons Oxytocin im Speichel steigt nachweislich. Bei Erwachsenen reduzierte ein wissenschaftlich fundiertes Humortraining psychosomatische Herzbeschwerden. Auch ein Online-Glückstraining wurde an gestressten Callcenter-Mitarbeitern getestet, das Stressempfinden nachweislich gesenkt. Aktuell laufen auch Untersuchungen zur Wirkung von Humorvisiten bei Menschen auf der Palliativstation auf deren Lebenszufriedenheit, Symptomlast und Wohlbefinden.

Dr. Eckart von Hirschhausen: „Humor und die positive Kraft von menschlichem Kontakt begleitet uns im besten Fall ein Leben lang. Keiner hat sich selber geboren, keiner möchte alleine krank sein oder alleine sterben. Das wissen eigentlich alle. Nur kommen genau diese menschlichen Dinge in einer Medizin, die auf Ökonomie optimiert wird, immer mehr unter die Räder. Dagegen setzen wir Zeichen – von den Frühgeborenen, die wir mit therapeutischen Klängen erreichen, bis zu Menschen am Lebensende, die ihren Humor nicht verlieren wollen. Ich möchte, dass Ärzte und Krankenkassen die positive Psychologie und die Wirkung des Humors kennen und ernst nehmen, denn die einzige Infektion, die man sich im Krankenhaus holen sollte, ist ein ansteckendes Lachen!“

Mehr unter www.humor-hilft-heilen.de
Spendenkonto der Stiftung HUMOR HILFT HEILEN
IBAN DE24 2001 0020 0999 2222 00

Fotos: Markus Schmidt, Kai Kremser, Michael Fuchs