Kids haben es satt, nur satt zu sein

Gesunde Brotdose mit Brot, Gemüse und Obst

Sie wollen mit Spaß und Freude essen

Ob Brotdose für die Kita oder das gemeinsame Mittagessen in der Einrichtung – eine ausgewogene Ernährung spielt eine wichtige Rolle für die Entwicklung von Kindern. Sie liefert Energie zum Spielen, Lernen und Wachsen, unterstützt das Immunsystem und kann den Grundstein für gesunde Essgewohnheiten im späteren Leben legen. Gleichzeitig stehen viele Eltern vor der Frage: Was gehört eigentlich in eine gesunde Brotdose? Worauf sollten Kitas beim Essen achten? Und ab wann können Kinder selbst beim Kochen und Zubereiten helfen?

Das kommt in meine Brotdose

Eine gute Brotdose muss weder kompliziert noch perfekt sein. Entscheidend ist die Mischung. Idealerweise enthält sie:

  • Vollkornbrot oder Vollkornbrötchen als langanhaltende Energiequelle
  • Einen gesunden Belag, zum Beispiel Frischkäse, Käse, Hummus oder mageren Aufschnitt
  • Frisches Gemüse wie Gurke, Paprika, Möhren oder Cocktailtomaten
  • Obst der Saison, beispielsweise Apfelspalten, Beeren oder Weintrauben (für kleine Kinder halbiert)
  • Wasser oder ungesüßten Tee als Getränk

Süßigkeiten, gezuckerte Getränke oder stark verarbeitete Snacks sollten die Ausnahme bleiben. Auch Fruchtjoghurts enthalten häufig überraschend viel Zucker. Naturjoghurt mit frischem Obst ist meist die bessere Wahl.

Tipp: Kinder essen oft lieber kleine, bunte Portionen als große belegte Brote. Ausstechformen, Gemüsesticks oder kleine Obstspieße machen die Brotdose besonders attraktiv.

Vielfalt, bunt, gesund – so geht`s

Viele Kinder nehmen einen großen Teil ihrer täglichen Mahlzeiten in der Kita ein. Umso wichtiger ist ein ausgewogenes Speisenangebot. Grundlage vieler Speisepläne sind heute die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE).

Ein guter Kita-Speiseplan zeichnet sich dadurch aus, dass:

  • täglich frisches Gemüse und Obst angeboten werden,
  • Vollkornprodukte regelmäßig auf dem Speiseplan stehen,
  • Hülsenfrüchte häufiger eingesetzt werden,
  • Fisch etwa einmal pro Woche angeboten wird,
  • Fleisch nur in moderaten Mengen serviert wird,
  • Wasser jederzeit kostenlos verfügbar ist,
  • süße Desserts und stark zuckerhaltige Speisen nur selten vorkommen.
Kinder essen gemeinsam in einer Kita

Ebenso wichtig wie die Auswahl der Lebensmittel ist die Atmosphäre beim Essen. Kinder sollten ausreichend Zeit haben, in Ruhe zu essen, verschiedene Lebensmittel kennenzulernen und selbst zu entscheiden, wie viel sie von den angebotenen Speisen essen möchten. Zwang oder Druck führen dagegen häufig dazu, dass Kinder bestimmte Lebensmittel dauerhaft ablehnen.

Kind und Erwachsener kochen gemeinsam in der Küche

Auf die Stulle los

Kinder interessieren sich oft schon früh dafür, was in der Küche passiert. Dieses Interesse lässt sich wunderbar nutzen.

Bereits ab etwa zwei Jahren können Kinder einfache Aufgaben übernehmen: Salat waschen, Kräuter zupfen oder Zutaten in eine Schüssel geben.

Mit drei bis vier Jahren können sie weiche Lebensmittel schneiden – zunächst mit speziellen Kindermessern –, Obst sortieren oder Brote selbst belegen.

Ab fünf bis sechs Jahren gelingt vielen Kindern bereits das Abmessen von Zutaten, das Verrühren von Teigen oder das Zubereiten einfacher kalter Speisen unter Aufsicht.

Das gemeinsame Kochen fördert nicht nur die Feinmotorik und Konzentration. Kinder entwickeln dabei auch ein besseres Verständnis für Lebensmittel und probieren häufig eher Speisen, die sie selbst mit zubereitet haben.

Ich kann das, ich bin schon groß, darf ich?

Ja – altersgerecht und immer unter Aufsicht. Studien zeigen, dass Kinder, die regelmäßig beim Kochen helfen, oft neugieriger auf neue Lebensmittel sind und insgesamt abwechslungsreicher essen.

Dabei geht es nicht darum, dass Kinder komplette Mahlzeiten alleine kochen. Viel wichtiger ist, sie Schritt für Schritt einzubeziehen. Schon das Belegen eines Brotes, das Schneiden einer Banane oder das Rühren eines Pfannkuchenteigs vermittelt Selbstständigkeit und stärkt das Selbstvertrauen.

Auch in vielen Kitas gehört das gemeinsame Zubereiten kleiner Mahlzeiten inzwischen zum pädagogischen Alltag. Dabei lernen Kinder spielerisch den Umgang mit Lebensmitteln, Hygieneregeln und erste Küchentechniken.

Kind sitzt fröhlich am Esstisch

Was hast du auf deinem Teller? Wollen wir tauschen?

Ernährung ist weit mehr als reine Nahrungsaufnahme. Gemeinsame Mahlzeiten schaffen Rituale, fördern Gespräche und vermitteln Geborgenheit. Kinder beobachten Erwachsene und andere Kinder sehr genau – sie lernen durch Vorbilder. Wer sieht, dass Eltern oder Erzieherinnen und Erzieher mit Freude Gemüse essen oder neue Gerichte ausprobieren, entwickelt häufig selbst mehr Offenheit.

Gleichzeitig sollten Kinder die Möglichkeit haben, ihren natürlichen Hunger und ihre Sättigung wahrzunehmen. Ein „Probierhappen“ ist sinnvoll – aufgegessen werden muss der Teller jedoch nicht.

Kleine Veränderungen mit großer Wirkung

Gesunde Ernährung muss weder teuer noch kompliziert sein. Oft reichen kleine Veränderungen im Alltag: öfter Vollkorn statt Weißmehl, Wasser statt Limonade, frisches Obst statt süßer Snacks und möglichst viele gemeinsame Mahlzeiten.

Je früher Kinder erfahren, dass gesundes Essen abwechslungsreich schmeckt und Spaß machen kann, desto größer ist die Chance, dass sie diese Gewohnheiten auch im Jugend- und Erwachsenenalter beibehalten. Eltern und Kitas leisten dabei gemeinsam einen wichtigen Beitrag – mit einer ausgewogenen Brotdose, einem guten Speiseplan und der Freude daran, Kinder aktiv in die Welt der Lebensmittel einzubeziehen.

Das auch noch

Die aktuellen Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfehlen für Kitas unter anderem täglich Gemüse und Obst, überwiegend Vollkornprodukte, ausreichend Trinkwasser sowie einen sparsamen Einsatz von Zucker und Salz. Seit der Überarbeitung der Standards stehen zudem Nachhaltigkeit und eine stärker pflanzenbetonte Ernährung noch mehr im Fokus – ohne dabei die Bedürfnisse von Kindern aus den Augen zu verlieren.

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)

„Kinder und Jugendliche benötigen für ihre körperliche und geistige Entwicklung, ihre Konzentrations- und Leistungsfähigkeit sowie für die Stärkung ihrer Immunabwehr eine optimale Versorgung mit allen Nährstoffen. Eine ausgewogene Ernährung ist in der Wachstumsphase von besonderer Bedeutung.“

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Quelle Text & Zitat: Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)